Training auf dem Laufband ist eine echte Alternative zum Lauftraining im freien. Im Winter, wenn das Wetter in unseren Breitengraden sehr schlecht ist und es früh dunkel wird, kann man die ein oder andere Einheit auch auf dem Laufband abspulen. Sicherlich ist ein Laufband keine ganz billige Anschaffung. Für ein stabiles Gerät, dass motorgetrieben gleichmäßig läuft und mit dem auch mal ein schneller Lauf möglich ist, muss man schon um die 1500,- Euro ausgeben. Hier lohnt sich ein Blick in das Auktionshaus Ebay. Ich habe mir dort ein sehr hochwertiges Laufband, das bis 20 km/h schnell ist für 1100,- Euro ersteigert.

Eine Alternative ist natürlich auch ein Laufbandtraining im Fitness Studio. Auch dabei fallen letztlich Kosten an, aber man könnte die übelsten Tage überbrücken oder zumindest in einer Kälteperiode einen Trainingslauf absolvieren. An ein Laufbandtraining muss man sich letztlich auch erst mal gewöhnen. Nach einiger Übung läuft man nahezu wie draußen.

Viele Weltklasseläufer nutzten Laufbänder im Winter. Ich selbst benutze das oben beschriebene Laufband, dass bis 20 km/h läuft. Das ist für einen Hobbyläufer mehr als ausreichend. Es lässt sich immerhin eine Höhenwinkel von bis zu 12 % einstellen und das ist schon eine ordentliche Steigung. Im Winter ist es ohnehin ratsam mehr an der Grundlagenausdauer als am Tempo zu arbeiten. Die wirklich schnellen Läufe mache ich lieber im Freiland oder verlege sie im Winter in einen Wettkampf. Folgende Pro und Contras sollten Sie beachten

Für das Laufbandtraining spricht:

  • - Sie sind unabhängiger vom Wetter, Sturm, Glätte, Schnee oder Gewitter.

  • - Training ist auch abends im Dunklen möglich.

  • - Die Verletzungsgefahr durch Kälte, Glätte oder Unfälle ist wesentlich geringer.

  • - Frauen müssen nicht alleine im Wald trainieren.

  • - Auch im Flachland Hügelläufe möglich, wenn das Band einen verstellbaren Steigungswinkel  besitzt.

  • - Sie können sehr gut kontrolliert eine konstante Geschwindigkeit laufen.

  • - Sie brauchen nur sehr wenig Kleidung, da das Laufband im Haus steht.

  • - Man kann mal schnell zwischendurch eine Laufeinheit einschieben.


Gegen Laufbandtraining spricht:

  • - Der hohe Anschaffungspreis und geeignete Räumlichkeiten.

  • - Das Laufgeräusch und die Vibrationen des Laufbandes sind durch Decken und Wände zu hören.

  • - Die Schritte sind gleichförmiger als in unebenen Gelände, was die Koordination nur sehr einseitig trainiert.

  • - Das Abrollverhalten ist anders als beim Laufen draußen, wo Sie sich aktiv abdrücken müssen. 

  • - Der kühlende "Fahrtwind" fehlt. Sie schwitzen unangenehm und laufen sozusagen "im eigenen Saft".

  • - Die Monotonie, alleine zuhause zu traben und an die Wand zu starren kann recht langweilig sein.

  • - Das kurzweilige Naturerlebnis, der abhärtende "Kampf mit den Elementen" fehlt.

  • - Studio- oder Wohnzimmerlicht kann natürliches Sonnenlicht nicht ersetzen.

  • - Die muffige Studio- oder Wohnungsluft.

 

Wägt man die für und wider abwägt, so ist das Laufbandtraining in vielen Situationen sehr geeignet. Es kann ein Training in der freien Natur ergänzen, aber nicht ersetzen. Wenn Sie im Winter am Wochenende im Hellen sicher draußen laufen können, sollten Sie nicht aufs Laufband steigen. Wenn es aber draußen eisglatt und dunkel ist, dann ist das Laufband die beste Wahl. Wenn Sie also ein wenig Kleingeld übrig haben und einen Keller oder gar ein Eigenheim nutzen können, spricht nichts gegen diese Anschaffung.

Und nun noch einige Tipps zum Laufbandtraining:

Gegen die Monotonie gibt es zwei Rezepte: Entweder Sie sind ein "Weichei", dann stellen Sie einen Fernseher auf und lenken sich ab. Wenn Sie sich disziplinieren wollen und auch mentale Härte trainieren möchten, dann bauen Sie nichts Zerstreuendes auf, obwohl Sie 90 Minuten und mehr runterspulen. Das hilft gegen den inneren Schweinehund, beispielsweise im Marathon jenseits der 30km. Wer das ein paar mal durchgespielt hat, dem wird der Hammermann mental nichts anhaben können. Übermäßiges Schwitzen (durch den fehlenden Fahrtwind) können Sie vermindern, indem Sie sich einen großen Ventilator aufstellen. Um den Platzbedarf zu verringern: Es gibt Modelle, die man zusammenklappen, wegrollen und bequem verstauen kann. Viel Spaß mit dem Laufbandtraining.

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